Skip to main content

Champions League-Vorschau: Paris Saint-Germain vor frühem Aus

Es ist das Top-Duell der laufenden Champions-League-Saison. Der zweifache Titelverteidiger Real Madrid trifft auf Paris Saint-Germain, den womöglich größten Aspiranten auf den diesjährigen Titel. Das Hinspiel des Achtelfinal-Krachers gewannen die Königlichen unter anderem dank ihrer personifizierten Lebensversicherung Cristiano Ronaldo. Reicht das auch fürs Rückspiel?

Für viele Fans ist es bereits so etwas wie das vorzeitige Finale der laufenden Champions-League-Saison. Real Madrid, das im letzten Jahr als erstem Team überhaupt die Titelverteidigung des wichtigsten Vereinswettbewerbs im Fußball gelang, steht dem Star-Ensemble aus Paris gegenüber. Das bedeutet auch, dass Weltfußballer Cristiano Ronaldo auf den 222-Millionen-Mann Neymar trifft. Im Hinspiel gewannen die Königlichen souverän mit 3:1 gegen PSG – und das, obwohl ihre Formkurve im Vorfeld nach unten zeigte. War das schon die Vorentscheidung im brisanten Duell der vielleicht besten Teams aus Europa?

Das spricht für PSG

Wer im letzten Jahr aufmerksam die Champions League verfolgt hat, weiß, dass man sich bei nahezu keinem Hinspiel-Ergebnis sicher sein kann, ob es tatsächlich fürs Weiterkommen reicht. Noch besser dürften das die PSG-Spieler selbst wissen. Vor genau einem verspielten sie – ebenfalls im Achtelfinale – im mittlerweile legendären Rückspiel gegen Barcelona einen 4:0 Vorsprung aus dem ersten Aufeinandertreffen. Daraus dürfte Paris gelernt haben und Mut für den eigenen Auftritt vor heimischen Publikum schöpfen. Im besten Fall reichen ihnen dafür schon zwei Tore.

Dass das Team um den Wundersturm Neymar, Cavani und Mbappé immer zu Treffern gut ist, bewies der Millionen-Angriff bereits in der Vorrunde. Da überbot PSG nämlich die Bestmarke der meisten Treffer von Borussia Dortmund aus dem Vorjahr. Den Parisern gelangen in sechs Spielen unglaubliche 25 Tore, das bedeutet über vier Tore pro Spiel. Am eigenen Leib bekamen das auch die Bayern zu spüren, die im Prinzenpark mit 0:3 unter die Räder kamen.

Real Madrid im Aufwind

Allerdings befindet sich derzeit auch Real Madrid im Aufschwung. Das Team von Trainer Zinédine Zidane kommt nach einem holprigen Saisonstart und einer schwachen Hinrunde in der Liga immer besser in Fahrt. Und die Königlichen wären nicht die Königlichen, wenn sie auch nach zwei CL-Titeln in Folge keinen unbedingten Siegeswillen mehr hätten. Das bewies im Hinspiel allen voran Cristiano Ronaldo, der in den entscheidenden Momenten zur Stelle war und mit zwei Treffern maßgeblich zum Erfolg beitrug. Nachdem der Portugiese in der Vorrunde als erster Profi überhaupt in jeder Begegnung mindestens einmal traf, distanzierte er Erzrivale Lionel Messi auch deutlich im Ranking der ewigen Torschützenliste der UEFA Champions League.

Duell der Superlative

Neben sportlichen Aspekten duellieren sich beide Teams auch aus wirtschaftlicher Sicht auf höchster Ebene. Während Real Madrids Kader unglaubliche 859 Millionen Euro wert ist und somit der zweitteuerste aller Vereine ist, folgt Paris mit 757 Millionen Euro auf Platz zwei. Analysten vom Portal Interwetten haben anhand dieser Grundlage für alle Achtelfinalteilnehmer errechnet, wie viel Geld sie im Schnitt pro Punkt bezahlten. Mit jeweils knapp 40 Millionen Euro pro erreichtem Punkt rangieren die beiden Klubs dabei auf Rang 5 und 6.

Champions League: Der Achtelfinal-Check

Die Champions League startet dieser Tage in ihre entscheidende Phase. Die ersten Achtelfinal-Begegnungen finden zwar ohne deutsche Beteiligung statt, versprechen aber trotzdem packende Duelle. Während im Kracher-Spiel Real Madrid die PSG-Startruppe empfängt, dominieren in den restlichen Matches englische Teams. Außerdem: Welche Mannschaft hat bisher durchschnittlich am meisten für einen Königsklassen-Punkt bezahlt?

Mitte Februar, das bedeutet für die meisten Fußball-Enthusiasten den Beginn der spannendsten Jahreszeit. Die nationalen Ligen steuern geradewegs auf die entscheidende Phase zu, und auch in der Champions League zählen nun keine Ausreden mehr. Die K.O.-Phase hat es in diesem Jahr besonders in sich. Zwar sind, abgesehen vom FC Bayern, keine weiteren deutschen Teams mehr in der höchsten europäischen Spielklasse vertreten. Der Qualität tut das aber keinen Abbruch.

Real gegen PSG: Das vorgezogene Finale

Besonders auf eine Partie richten sich alle Blicke. Real Madrid, das als erste Mannschaft überhaupt im letzten Jahr den Champions-League-Titel verteidigen konnte, trifft auf das Star-Ensemble um Neymar, Mbappé und Co. Das bedeutet auch, dass die zweit- gegen die viertwertvollste Mannschaft der Welt spielt. Was sich anhört wie ein potenzielles Endspiel, ist vor allem für PSG eine richtige Beweisprobe: Die französische Millionentruppe muss endlich internationale Erfolge vorweisen, um die Investitionen zu rechtfertigen.

Die Gruppenphase deutete bereits auf eine fulminante Spielzeit hin. Mit 25 Toren in sechs Spielen stellte das Sturm-Trio um Neymar, Mbappé und Cavani eine neue Bestmarke auf. Die aktuelle Torschützenliste führt jedoch ein anderer an: Cristiano Ronaldo thront mit neun Treffern an der Spitze. Allerdings befindet sich Real Madrid derzeit in einer schwierigen Phase. In der spanischen Liga liegt das Team von Trainer Zinédine Zidane weit abgeschlagen hinter dem Spitzenreiter FC Barcelona. Die Königsklasse ist somit die letzte Chance, die schwache Saison noch zu retten.

Englische Teams geben den Ton an

In den drei anderen Begegnungen der ersten Achtelfinal-Hälfte geben englische Mannschaften den Ton an. Allen voran Manchester City hegt unter Star-Trainer Pep Guardiola Titelambitionen. Zunächst wartet mit dem FC Basel allerdings eine der Überraschungsmannschaften der aktuellen Spielzeit. Für die die Citizens zählt nichts anderes als ein Weiterkommen ins Viertelfinale.

Auch der FC Liverpool unter Jürgen Klopp hat ein machbares Los erwischt. Die Mannschaft reist zum Hinspiel nach Portugal, wo sie vom FC Porto empfangen wird. Zwar ist Liverpool durch den Abgang von Überflieger Philippe Coutinho zum FC Barcelona geschwächt – für das Duell gegen die Portugiesen gelten sie trotzdem als leichter Favorit. Mit einem Sieg könnten die Reds zum ersten Mal seit der Spielzeit 08/09 wieder in ein Champions-League-Viertelfinale einziehen.

Spannung verspricht auch das Duell Juventus Turin gegen Tottenham Hotspur. Während die Italiener seit Wochen in bestechender Form spielen, hoffen die Spurs auf Tore ihres Angreifers Harry Kane.

Statistik: Wie viel kostet die Vereine an CL-Punkt?

Wie ungleich die Paarungen der Königsklasse auch in der K.O.-Phase teilweise sind und wie unterschiedlich sich die Gehaltsgefüge der jeweiligen Teams darstellen, verdeutlicht eine diese Grafik von Interwetten. Die Analysten haben auf Grundlage des aktuellen Kaderwerts (ohne Wintertransfers) der einzelnen Teams errechnet, wie viel Geld sie ein erreichter Punkt in der Gruppenphase im Durchschnitt gekostet hat.

Aufgrund der guten Punktausbeute führt PSG das Ranking wider Erwarten nicht an. Stattdessen rangieren die beiden Teams aus Manchester, also United und City, auf den ersten beiden Plätzen. Jeder Punkt hat sie – rein hypothetisch – 46 bzw. sogar 48 Millionen Euro gekostet. Das Überraschungsteam aus Basel kommt hingegen nur auf etwas über zwei Millionen Euro pro Punkt. Trotzdem stehen beide im Achtelfinale.